Haben Tiere eine Seele?




Du bist soeben gestorben und in den Himmel gekommen. Petrus winkt dich durch das himmlische Tor und Fluffy, dein treuer Begleiter während Lebzeiten, springt dich an, um dich zu grüßen. Verläuft so die himmlische Widervereinigung zwischen Haustier und Herrchen? 

Während sich viele Tierfreunde auf ein Nachleben mit Fluffy freuen, machen religiöse Philosophien diese Erwartungen meist zunichte. Glaubt man der Römisch-Katholischen Kirche, gibt es für Tiere kein Nachleben. 

„Wir glauben nicht, dass Tiere unsterbliche Seelen besitzen. Demnach können sich nicht an einem ewigen Leben teilhaben. Sie werden nicht im Himmel sein“, sagte Pfarrer Mark Huber von der St. Mary’s Kirche in Denton. Einen kleinen Trost kann er jedoch spenden. Dort wo die Heilige Schrift über einen neuen Himmel und eine neue Erde handelt, sagte er: „gäbe es die Möglichkeit für Tierleben auf der neuen Erde – sie werden jedoch nicht für immer leben.“ „Das sind jedoch alles nur Spekulationen, denn wir wissen nicht, was die neue Erde ist“, sagte er. 

Der Islam stimmt damit größtenteils überein. Ein paar kleine Unterschiede gibt es jedoch. Yusuf Wells, Präsident der Islamic Foundation of Lincoln sagte: „Wir glauben, dass Tiere eine Seele haben, eine, die das Tier belebt. Über ihre Seelen und ihre Taten wird jedoch letzten Endes nicht geurteilt – ihnen wurde nicht die gleiche Verantwortung wie dem Menschen übertragen.“ 

Am Tag des jüngsten Gerichts, so Well, lässt Allah über alles Gerechtigkeit walten, sogar über die Tiere. Zum Beispiel: „wenn ein Tier mit Hörnern ein Tier ohne Hörner stößt, dann wird Allah sie am Tag des jüngsten Gerichts vor sich holen und dem Tier, dass in seinem Leben keine Hörner hatte, Hörner verleihen, damit es zurückstoßen kann.“ 

„Und nachdem dies getan wurde und Gerechtigkeit zwischen den Tieren hergestellt wurde, werden die Tiere zu Staub zerfallen“, sagte er. „Sie werden nicht mit ewigem Leben im Paradies belohnt oder mit immer währenden Qualen bestraft.“ 

Das Judentum lehrt ebenso, dass Tiere eine Seele haben. Sie werden jedoch nicht zusammen mit den Menschen im Paradies sein, so Rabbi Ilan Emanuel des South Street Temple. „Nach den meisten traditionellen jüdischen Quellen, haben Tiere eine Seele, ihre Seelen werden jedoch im Himmel nicht mit den Seelen ihrer Besitzer wiedervereint“, sagte er. Die tierische Seele sei auf einem niederen Level, als die heilige Seele der Menschen und es sei nicht die Art von Seele, die sich im Jenseits mit Gott wiedervereint. 

„Das bedeutet nicht, dass sich die Tierseele nach dem Tod einfach auflöst, sie wird jedoch wahrscheinlich nicht mit Ihnen im Himmel sein“, sagte er. 

Die Buddhistische Religion hat ihre ganz eigene Vorstellung vom Seelenleben der Tiere und unterscheidet sich gravierend von den Ansichten anderer Religionen. „Das Leben ist eine endlose Abfolge von Transformation und Wiedergeburt“, sagt Nonin Chowaney, Mönch am Nebraska Zen Center. „Das Leben endet nicht, wenn das Herz aufhört zu schlagen und der Atem stoppt. Das Bewusstsein verbindet sich mit einem anderen physischen Teil der Realität und das Leben geht weiter. Dies gilt für menschliche Wesen, als auch für alle anderen Wesen.“

„Wenn ein Tier stirbt, dann wird es in eine andere Form des Lebens überführt, jedoch weiß niemand was für eine Form das seien wird. Das hängt davon ab, wie das gegenwärtige Leben des Tieres verlief.“ 

Stephen Griffith, Pastor der evangelischen-methodistischen Saint Paul Kirche, behauptet, dass obwohl die evangelischen-methodistische Kirche sich mit dieser Frage nicht auseinandergesetzt hat, es die verbreitete Meinung sei, dass Tiere keine Seele besäßen und folglich nicht in den Himmel kämen, wenn sie ein gutes Leben gelebt haben. 

Er hält es jedoch für möglich, dass sie dort trotzdem für das Vergnügen der Menschen existieren könnten. „Es fällt schwer, sich einen vollkommenen Himmel vorzustellen ohne die Freude und das Glück, mit denen Tiere unser Leben füllen.“, sagte er. Griffith fügt hinzu: „Die methodistische Kirche hat einen Gottesdienst für die Segnung der Tiere.“ Ein Gebet bezieht sich beispielsweise auf verschiedene Stellen in der Bibel, bei denen Tiere Teil der Handlung sind“, sagte er. 

Pastor Robert Schlismann und Kirchenältester an der Holy Trinity Episcopal Church veranstaltet regelmäßig einen Tierweihungsdienst. „Ich glaube, dass Tiere ein Leben im Jenseits haben“, sagte er. „Ich behaupte nicht zu wissen, wie es funktioniert. Ich glaube, dass das, was als Lebenskraft in einem lebendigen Wesen definiert werden kann, auch nach der Barriere, die wir Tod nennen, weiterexistiert. Ich bin mir nicht sicher, ob es theologisch korrekt wäre zu behaupten, dass Tiere eine Seele besäßen, aus meiner christlichen Perspektive fühle ich jedoch, dass dieselbe Lebensquelle, die den Menschen belebt, auch in den Tieren existiert. Viele Christen glauben daran mit ihren Geliebten im Himmel wiedervereinigt werden und ich sehe keinen biblischen Grund, warum das nicht auch für ihre tierischen Gefährten gelten solle. Immermehr Menschen leisten Gottesdienste für ihre verstorbenen Tiere. Das ist emotional gesund und stärkt die Spiritualität. Es akzeptiert einen Scheideweg und Wendepunkt und es zollt einem treuen Gefährten Respekt. Dies kann für Hunde, Katzen, Vögel, Mäuse, Pferde oder was auch immer gelten.“ 

Joe Bad, ein Medizinmann und spirituelles Oberhaupt des Dakota-Lakota Stammes berichtete von einer Erfahrung, die ihn davon überzeugte, dass Tiere in einem anderen Leben fortbestehen. Als er einmal kurz davor war zu sterben, sagte er, habe er nicht nur seine verstorbenen Verwandten wieder gesehen, sondern auch die Hunde und Katzen, die er aufzog, sowie Vögel, die umherflogen. „Sie kommen dort hin, wo auch die Menschen hingehen“, dachte er. „Ich kam zu dem Schluss, dass alles was belebt ist, wie auch die Tiere, einen Platz in der Jenseitswelt hat. Ich glaube, dass Tunkasila (Gott) all den vierbeinigen Tieren, den gefiederten Geschöpfen und den schwimmenden Fischen, uns allen, eine Seele gab.“ 

Tierliebhaber, die mit der Frage konfrontiert wurden, bestätigten, dass sie sich darauf freuten mit ihren Tieren im Jenseits wiedervereint zu werden. Anna Ollesch, Tierärztin an der Tierklinik Fuhlsbüttel sagte: „Ich glaube, dass Gott die Tiere für uns schuf, damit wir sie lieben können. Sie sind solch ein großer Bestandteil unserer Familien geworden, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass sie nicht irgendwo auf uns warten.“ „Ich glaube, dass Tiere eine Seele haben“, fuhr sie fort. „Wenn ich in die Augen dieser kleinen Tiere gucke um die wir uns kümmern und sie mich angucken, weiß ich, dass sie eine Seele besitzen.“ 

Linda Kort, die mit ihrem Ehemann ein Tierbestattungsunternehmen führt, sagte sie könne nicht glauben, dass Tiere nach diesem Leben „einfach verschwinden würden.“ Sie räumte allerdings ein: „Gott allein weiß, jedoch spricht er nicht.“ 

von: Markus Sobotta 

Quelle:http://www.allmystery.de

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