Der Kokon der Taten

 Mahabharata  Juwel der Poeten  srikanta sena

Einleitung

Vor etwas mehr als fünftausend Jahren, am Ende des Dv¯apara-Zeitalters, ereignete
sich in Kuruks.etra (Nordindien) eine große Schlacht, bei der Millionen
von heldenhaften Kriegern, angeführt von den mächtigsten Ks.atriya-Königen
der Welt, ihr Leben ließen. Kurz bevor die Schlacht begann, unterwies Kr.s.n.a,
der Höchste Herr, der die Rolle des Wagenlenkers vom Bharata-Helden Arjuna
angenommen hatte, seinen Freund und Schüler in der Wissenschaft der Selbst und
Gotteserkenntnis, die von verschiedenen großen Weisen in verschiedenen vedischen
Schriften erklärt wird. Die Schlacht selbst, wie es dazu kam und was
danach geschah, wird von Dvaip¯ayana Vy¯asa in seinem über einhunderttausend
Doppelverse umfassenden Werk Mah¯abh¯arata geschildert.

Ich glaube an den Koran und nicht an die Wiedergeburt hier in diesem Leben. Wir sehen jedoch eine mehr als zufaellige Uebereinstimmung der Weisheiten, wenn wir annehmen, das jedesmal, wenn ueber die Wiedergeburt gesprochen wird,eigentlich das Jenseits nach den irdischen Leben gemeint ist. Kann es sein, dass auch diese Schriften in der Zeit verfaelscht wurden und die Botschaft des Monotheismus in Polytheismus und das Jenseits zu Wiedergeburt verformt wurde?

Der Kokon der Taten, Zitate und Dialoge

Ob in diesem oder in einem anderen Leben – alle Lebewesen leben unter Bedingungen,
die sie sich selbst geschaffen haben durch ihre Handlungen.
* * *
Keine Tat, die mit Hilfe der fünf Sinnesorgane ausgeführt wird, geht jemals verloren.
Die fünf Sinne und die unsterbliche Seele bleiben ihre Zeugen.
* * *
Wie Gefäße aus weißem Messing die Farbe von Gold und Silber annehmen, wenn
sie darin eingetaucht werden, so nimmt das Lebewesen, das völlig abhängig ist
von den Tätigkeiten seiner vergangenen Leben, die Farbe des Charakters dieser
Tätigkeiten an.
* * *
Die Taten eines vergangenen Lebens bringen ihre Früchte zu ihrer Zeit hervor,
genauso wie Blumen und Früchte ohne besondere Anstrengung es niemals verfehlen,
zu ihrer Zeit zu erscheinen.
* * *
Wie ein Kalb seine Eltern unter tausenden von Kühen erkennt, so erkennen und
treffen die Taten eines vergangenen Lebens den Täter im gegenwärtigen Leben.

* * *

Von der Zeit an, während man noch im Schoß der Mutter liegt, erleidet man schon die Früchte der Taten vergangener Leben.

* * *
Die Tat, die ein rechtschaffener Mann mit Vertrauen und Ernsthaftigkeit mit den
richtigen Mitteln ohne Stolz und mit Intelligenz ausführt, geht nie verloren.
* * *
Wasser, das in einen ungebrannten Krug gegossen wird, wird mit der Zeit immer
weniger und verschwindet schließlich gänzlich.Wenn es jedoch in einem gebrannten
Krug aufbewahrt wird, wird seine Menge nicht vermindert. In ähnlicher Weise
sind Handlungen, die ohne intelligente Überlegung ausgeführt werden, nicht segensreich, während Handlungen, die mit Überlegung ausgeführt werden, mit
unverminderter Vortrefflichkeit bestehen bleiben und Glück als Ergebnis haben.

* * *

Alle Lebewesen leben geschützt durch ihre Handlungen und erhalten ihre Nahrung
als Ergebnis ihrer Handlungen von demjenigen, der die Früchte der Handlungen
bestimmt und gewährt.
* * *

Man erleidet oder erträgt niemals die Reaktionen der guten oder schlechten Taten
anderer. In der Tat genießt oder erleidet man nur die Früchte seiner eigenen
Taten.
* * *
Ein Mann führt für das Wohl seiner Frau und seiner Kinder zahllose üble Taten
aus, muß aber die Früchte dieser Taten in dieser und der nächsten Welt alleine
ernten.
* * *
Die Sünden folgen dem Täter wie sein Schatten.
* * *

Wie eine Seidenraupe, die sich in ihren eigenen Kokon einspinnt, spinnst du dich
fortwährend in den Kokon deiner eigenen unzähligen Taten, geboren aus Verwirrung
und Illusion, ein. Die Seidenraupe, die einen Kokon um sich herum spinnt,
wird am Ende von ihrer eigenen Tat zerstört.
* * *
Jene Personen, die an Söhne, Frauen und Verwandte angehaftet sind, trifft am
Ende Zerstörung, wie ein wilder Elefant, der in den Schlamm eines Sees eingesunken
ist, allmählich immer schwächer werdend, vom Tod zerstört wird.
* * *
Verwandte, Söhne, Frauen, der Körper selbst und alle Besitztümer, mit Sorgfalt
gehortet, sind insubstantiell und haben keinen Nutzen für die nächste Welt. Nur
Taten – gute und schlechte –, die man ausführt, folgen einem in die andere Welt

* * *

Jeder erhält seine Natur von der Natur seiner Taten entsprechend der Umstände,
des Ortes, der Mittel und der Motive der Taten.
* * *

„O Bharata, niemand sollte verzweifeln und sagen: ‘O, ich handle und dennoch
habe ich keinen Erfolg.’ Denn es gibt noch andere Ursachen für Erfolg, außer persönlicher Anstrengung. Ob man erfolgreich oder erfolglos ist, man sollte nicht verzweifeln, denn der Erfolg der Taten hängt vom Zusammentreffen vieler Faktoren ab. Wenn ein wichtiges Element fehlt, mag das Ergebnis der Arbeit unangemessen oder Erfolg überhaupt nicht sichtbar sein. Wenn jedoch keine Anstrengung unternommen wird, kann es keinen Erfolg geben.“

* * *
Obwohl sie wissen, daß Erfolg ungewiß ist, handeln die Leute dennoch, sodaß
sie manchmal erfolgreich sind und manchmal nicht. Diejenigen, aber, die nicht
handeln, erlangen niemals Erfolg. In der Abwesenheit von Bemühung gibt es nur
ein Ergebnis: die Abwesenheit von Erfolg.

* * *
Weder Freunde, noch Reichtum, noch gute Geburt, noch Gelehrsamkeit, noch mantras, noch Körperkraft können einen vor Leid im nächsten Leben bewahren.

* * *
Durch ihre Handlungen werden Leute elend und arm.

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