Wenn Katzen weinen

Hier herrscht Krieg. Krieg zwischen den streunenden Katzen und den wilden Hunden und den Menschen. Muslime denken in allererster Linie an sich selber, in zweiter Linie daran, dass alle Leute die Shahada sprechen sollten. Die Tiere wurden ihnen ja zu Diensten gestellt von Gott. Sie sind Gebrauchsware, kaufbar, verschleissbar, austauschbar, ohne Seele. Auch wenn sie es besser wissen müssten, da sie das weise Buch Gottes in den Händen halten, ist ihnen jenes anscheinend egal, sonst würden sie sich daran halten.

Hunde sind verpönt, da die Engel anscheinend einen Bogen um sie machen.So sind die Folgen für jene Strassenköter nicht nur tragisch, sondern oftmals grausam. Dasselbe zählt für wilde Katzen, die es zu tausenden gibt, da die Kastration verpönt ist. So vermehren sie sich wie die Karnickel, welche dauernd die freiliegenden Müllsäcke zerreissen und den Abfall überallhin verstreuen.

Anstatt den Fehler bei sich zu suchen, werden die Konsequenzen rigoros gezogen.

Katzen werden zu Hauf vergiftet oder mit Steinen beworfen, manchmal werden junge, neugeborene Kätzchen als Kinderspielzeug missbraucht, gequält und getötet. Dies ist leider traurige bittere Wahrheit und schert hier niemanden.

Tierfreundlichkeit ist etwas für die nackten Europäer, welche es nicht besser wissen, gehört sich jedoch nicht im Islam. … Dies ist leider eine Tatsache, die mich schreien lassen könnte.

 

Aber manchmal kann man Gottes Gerechtigkeit schon hier auf Erden verfolgen, gemäss seinem Prinzip, „wie Du es in den Wald hineinrufst, schallt es zurück.“ Folgende kleine Geschichte ist ein Beispiel dafür.

 

Grossvater Salem war nie bekannt für seine Tiefreundlichkeit. Gegen die Tradition hielt er einen Wachhund zu Hause, den er liebte und pflegte, jedoch Katzen waren ihm seit je her ein Gräuel.

Ass er sein Hühnchen und wagten es Katzen, miauend vor seiner immer offenen Türe zu sitzen, da flogen schon manchmal Schuhe oder Stecken oder anderes, was gerade zur Hand war.

Ich konnte dies nicht mehr mitansehen und sprach mehrere Male mit ihm darüber. Da er mich hochschätzte, besserte er sich zusehends, warf sogar den Katzen die Hühnerbeine zu… Bis zu jenem Tag…

Er hielt immer irgendwelche Tiere auf dem Dach. Ob Kaninchen, Hühner oder Enten, bis Schafe und Ziegen fand man immer etwas. Zu jener Zeit waren es Hühner und Küken. Die Küken nicht mehr ganz klein, aber auch noch nicht ausgewachsen, ein feines Häppchen für Raubtiere. Als er feststellte, dass jemand seine Küken schlug, da fiel sein Verdacht natürlich sofort auf die Katzen. Da spielte es keine Rolle, dass die Katzen unmöglich auf jenes Dach gelangen konnten, da es von allen Seiten abgeschlossen war- da hätten ihnen Flügel wachsen müssen.

Erzürnt und aufgebracht war nicht mehr mit ihm zu reden und er beschloss, dem Katzentreiben ein Ende zu bereiten. Er präparierte Rattengift und legte überall vergiftete Köder aus. Ich konnte ihn nicht stoppen, da er es heimlich tat, wohl wissend, wie ich darüber dachte. Am nächsten Morgen fanden wir überall tote Katzen. Es war einfach grauenvoll. Ich weinte den ganzen Tag und ich kann keine Worte für meine Wut finden, die ich empfand. Voller Verzweiflung betete ich zu Gott, dass er ihn bestrafen möge.

Und mein Gebet wurde erhört. Eine Katze hatte Junge, welche in einer Mauerspalte ihr Nest hatten. Diese schrieen natürlich jämmerlich, immer lauter, nach ihrer Mutter. Wir konnten sie nicht befreien oder ihnen Wasser hinstellen, da sie am Ende der Mauerspalte waren und wir keine Chance hatten, sie zu erreichen. Sie jedoch waren noch sehr klein und schafften es nicht bis zu uns.

Das obertraurige Ende war, dass sie alle starben, bis auf eines. Aber erst nachdem sie den Grossvater drei Tage lang nicht schlafen liessen.

Dies war aber nur der Anfang meiner Rache.

Das letzte Kätzchen verirrte sich – wie es dies schaffte ist mir bis heute rätselhaft – auf den Balkon von Grossvater. Unbemerkt schlich es sich dort in den Zwischenraum des Hauses und der Nachbarsmauer. Dies war ein Spalt, gerade genug breit für das Kätzchen, aber niemals genug, um eine Hand hineinzustrecken. Das Kätzchen war reingekrochen, konnte sich jedoch nicht umwenden und steckte fest. Es schrie nun dort, bis es starb. Es war herzzerreissend und ich war so wütend und traurig, weil wir nichts tun konnten. Andererseits empfand ich eine hämische Freude, da nun Grossvater schon eine Woche lang nicht mehr schlafen konnte. Geschah ihm recht. Niemand schaffte es, das Kätzchen zu befreien. Es starb dort. Und dann begann es zu stinken.

 

Jetzt wandelte sich meine Traurigkeit in Triumph. Wer weiss, wie ein Tierkadaver riecht, kann sich vorstellen, wie es im Schlafzimmer des Katzenmörders stank! Da hätte auch keine Gasmaske etwas genützt. Es war einfach toll zu sehen, wie er litt.

Dies mag nun ungerecht und fies erscheinen. Doch im Hinblick auf das Leid, welches er durch seinen Hass auf die Katzen ausgelöst hatte und das langsame Sterben der Kätzchen war dies nur eine gerechte Strafe. Vor allem, als sich herausstellte, dass es ein Milan gewesen war, welche seine Küken gefressen hatte.

Jeden Tag ging ich zu ihm hin und erklärte ihm, dass dies seine gerechte Strafe seie. Gott lässt nicht mit sich spielen. Nach dem Gestank kamen die Ameisen und allerlei Ungeziefer, dies praktisch neben seinem Kopfkissen. Meine Freude ist gar nicht zu beschreiben, Gott möge mir verzeihen.

 

Doch Grossvater hat seit jenem Tage keine einzige Katze mehr vergiftet. Er ging dazu über, ihnen Wasser hinzustellen und sie mit seinen Essensresten zu versorgen. Manche Menschen lernen eben nur durch die Holzhammermethode…..

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