Lisas letzte Reise

Still stand ich in meinem warmen Stall –
ich erschrak – plötzlich flog die Türe auf mit einem lauten Knall.
Brutale, derbe Hände zerrten mich hinaus ins Licht –
warum sie das taten wusste ich nicht.
Sie schlugen mich, und ein dicker Knüppel traf mich mehrmals.
Sie schleiften mich fort,
und ihre Finger verkrallten sich an meinem Hals
Mit anderen verluden sie mich auf einen großen Wagen –
ich wusste nicht warum und konnte ja auch nicht fragen.
Ich sah nur wie die anderen erschöpften Tiere da lagen –
dem starken Stier neben mir hatten sie das Auge ausgeschlagen.
Der Motor brummte,
und trotzdem waren leise Klagelaute ringsum zu hören.
Den finsteren Mann am Steuer schien das aber nicht zu stören.
Mit einem Ruck stoppte nach langer Zeit der große Wagen –
es rumpelte, und wir fielen auf die, die am Boden lagen.
Dann kam mit einem Strick ein Mann, ich freute mich –
dass ich nun wieder in meinen warmen Stall heimkehren kann.
Doch die Umgebung war mir fremd –
der Geruch war seltsam
und die Menschen hatten frisches Blut am Hemd.
Unvermittelt bekam ich einen Tritt an die Beine –
der Mann zog mich hinaus, und ich fiel auf die harten Steine.
Ich musste in eine seltsame Halle gehen –
darin konnte man lauter tote Tiere sehen.
Ich bekam Todesangst und brüllte um mein Leben –
ich fror und zitterte, doch der Mann stand nur lachend daneben.
Plötzlich wurden mir die Beine weggerissen –
im Sturz brach mir ein Horn ab und auch mein Fell war verschlissen.
Ehe ich mich versah, banden die brutalen Männer
meine Füße zusammen –
und dann sah ich einen nach einem großen Messer langen.
Ich stöhnte laut in meiner Qual –
doch das war diesen Schindern egal.
Mein Bauer war immer freundlich zu mir und quälte mich nie –
doch diese Männer fielen über mich her
und schimpften mich du dreckiges Vieh.
An meiner Kehle fühlte ich einen brennend heißen Schmerz –
ich bekam keine Luft mehr und es raste mein Herz.
Immer wieder wurde in meinen Hals geschnitten –
solche fürchterlichen Schmerzen hatte ich noch nie erlitten.
Aus klaffender Wunde spritzte dampfend das Blut –
Ich sehe und fühle das alles, und du oh Mensch findest das gut.
Qualvolle 10 Minuten sollte dieses Schinden dauern –
ein Horror, der sich da täglich abspielt hinter diesen Todesmauern.
Warum bereitest du oh Mensch
mir keinen schmerzfreien, kurzen Tod –
ich ersticke in meinem Blut,

und du weidest dich an meiner tiefen Not.
Ich gebe mein Fleisch gerne für euch zum Leben –
doch tötet mich schmerzfrei –
Schächten ist im Jahre 2002 voll daneben.

Hier brechen die Aufzeichnungen der Kuh Lisa plötzlich ab, ein gnädiger Gott hat sie von ihren Qualen erlöst.

Dies war ein Auszug aus dem Buch ‚Mein Weg durch die Hoelle‘. Hier das ganze Buch auf PDF     Mein Weg zur Hoelle , 

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