„Ich war klinisch tot“ von Stefan Jankovich


Folgender Beitrag ist aus einem Forum kopiert.


„Ich war klinisch tot“ von Stefan Jankovich


Zur Vorgeschichte:


Stefan von Jankovich hatte im Jahre 1964 einen Autounfall. Er war für etwa 5 Minuten klinisch tot. In dieser Zeit hatte er sein Nahtodeserlebnis. Vor seinem Unfall war er ein Mensch, der mit beiden Beinen im Leben stand, ein Realist, der sich nicht für spirituelle Dinge interessierte. Er wurde zwar als Kind katholisch erzogen, hatte sich aber nie richtig mit seinem Glauben auseinandergesetzt.


Sein Nahtodeserlebnis beeindruckte ihn so nachhaltig, dass er direkt nach Wiedererlangung des Bewußtseins im Krankenhaus anfing, sich alles zu notieren, woran er sich erinnerte. Aus diesen Notizen ist dann das Buch entstanden.


 


Und nun zu seinem Nahtodeserlebnis:


Er beschreibt zunächst, dass er nach dem Unfall spürte, wie seine Seele seinen Körper verließ. Gleichzeitig wurde sein Bewußtsein erweitert. Das Ganze war begleitet von einem immensen Wohlbefinden. Er vernahm schöne Musik und sah vor sich ein Meer an wunderschönen Farben und Formen. Danach sah er sich selbst auf der Straße liegen. Es war ihm nun klar, dass er tatsächlich gestorben war. Er konnte von oben beobachten, wie der Rettungswagen kam und wie sich Passanten um die Unfallstelle scharrten. Er konnte nicht nur hören, was gesagt wurde, sondern auch die Gedanken der Menschen wahrnehmen. Er sah z.B. eine alte Frau, die Gebete für ihn sprach und Gott um Vergebung der Sünden dieses armen verunglückten Mannes bat. Er spürte, dass diese Gebete eine positive Wirkung auf ihn ausübten. Er sah auch einen Mann, der dachte: Geschieht ihm ganz recht. Der ist wohl zu schnell gefahren (Jankovich war Beifahrer). Und er spürte, dass etwas Negatives von diesem Mann ausging. Dann wandte er sich von der Unfallstelle ab und begann zu einem Licht hinzuschweben, das ihm nun erschien. Es war ein wunderbar warmes strahlendes Licht und er fühlte sich sehr geborgen und von Liebe umspült. Danach erschien plötzlich sein Leben vor ihm. Sein ganzes Leben wurde ihm in Bildern gezeigt und zwar beginnend mit dem Unfall bis hin zu seiner Geburt. Er sah nicht nur die Stationen seines Lebens sondern erlebte sie auch gleichzeitig wieder mit. Dabei vernahm er nicht nur, was gesagt und getan wurde, sondern auch was er dabei gedacht und empfunden hatte. Seine Seele übernahm dabei die Rolle eines Lehrers. Sie beurteilte seine Taten. Sie deklarierte manche Taten als gut und andere als schlecht. Dabei fiel ihm auf, dass manche Taten, die unserem Moralverstehen oder unseren religiösen Maßstäben nach eigentlich als schlecht, als Sünden also, hätten bewertet werden müssen, von der Seele als gut beurteilt wurden und andere Taten, die man eigentlich bedingungslos als gut einstuft von der Seele als schlecht beurteilt wurden.


Er merkte, dass Taten dann als gut bewertet wurden, wenn sie aus völlig uneigennütziger selbstloser Liebe getätigt wurden und Taten, die aus Egoismus, aus Heuchelei oder bösen Absichten heraus getätigt wurden als schlecht eingestuft wurden.


Er hat begriffen, dass die Bewertungskriterien im Jenseits ganz unabhängig sind von denen im Diesseits. Und dass im Jenseits nur noch ein Prinzip gilt, das der Liebe nämlich.


Die zweite Merkwürdigkeit, die ihm auffiel, war, dass die Taten und Gedanken, die als negativ beurteilt worden waren, nach ihrer Beurteilung ausgelöscht wurden. Es blieben also nur die positiven guten Taten zurück. Die Szenen seines Lebens, die als gut beurteilt worden waren, waren die Szenen in denen alle Beteiligten Harmonie und Glück verspürten und alle Beteiligten sich positiv zu seinen Handlungen gestellt hatten.


Nach dieser Lebensbilanz erfolgte eine abschließende allumfassende Bilanz von ihm selbst. Er kam zu dem Schluss, dass er sich in einer Entwicklung befinde und noch weitere Chancen zur Weiterentwicklung erhalten würde.


 


Danach überflutete ihn nur noch das strahlende Licht und alles um ihn war pure Harmonie und pures Glück. Er selbst empfand dies als ein Gotteserlebnis. Zeit und Raum hörten auf zu existieren und er spürte, dass er davor stand eine neues Leben zu beginnen.


In diesem Moment wurde er wiederbelebt und kam in seinen schmerzhaften Körper zurück.


 Das Erlebnis führte dazu, dass er, der ja vorher ein absoluter kühler Realist war, der nur an das irdische Leben dachte, sich plötzlich mit philosophischen Fragen beschäftigte:




Aus seinem Buch:




Was das Urteil während des Lebensfilmes betrifft, so ist es sehr bezeichnend, dass ich selber dieses Urteil fällte, nicht Gott oder ein astraler Richter. Ich selbst hatte durch mein eigenes Gewissen die Bilanz zu ziehen. Mit meinem plötzlich sehr sensitiv gewordenen Göttlichen Prinzip, das in jedem als Kernstück und Ursprung seines Bewusstseins verborgen ist, konnte ich klar erkennen, ob ich in dieser oder jener Sitaution richtig gehandelt oder mich richtig verhalten, das Problem richtig gelöst, die Probe bestanden hatte oder nicht.


Lange Zeit habe ich im Spital darüber nachgedacht, warum ich eine Handlung als positiv beurteilt habe, obwohl ich gegen die bestehenden moralischen, christlichen Gesetze, den Staat und die Gewohnheiten der Gesellschaft verstoßen hatte?


Warum verurteilte ich mich andererseits für sogenannte „gute Taten“, bei denen ich sogar gegen mich selbst Zurückhaltung, Enthaltung, eine Art von Askese geübt hatte? Wie war das möglich? Habe ich mich im Leben oft falsch verhalten? War damals meine Beurteilung der Situationen nach den herrschenden moralischen Gesetzen falsch, oder sind die vom Menschen abgefassten Gesetze falsch?


Ich bin überzeugt, dass die Taten und Gedanken positiv und als gut bewertet werden, die selbstloser Liebe entspringen, und in denen die geistige Weiterentwicklung, eine Bereicherung des Bewusstseins, als Bestandteil zu erkennen war.


Liebe, Selbstlosigkeit, Freiwilligkeit, allgemeine Gerechtigkeit, gute Gedanken, guter Wille und Harmonie waren die Hauptmerkmale der Entscheidungen und Situationen, die ich als „gut“ oder „positiv“ bewertet habe.


 Hingegen werden als negative Entscheidungen die Gedanken oder Taten beurteilt, die durch egoistische Hintergedanken entstanden, die nicht ehrlich waren und mit denen ich anderen Nachteile oder Schaden zugefügt habe. Dies gilt auch dann, wenn sie der Welt als „gut“ erschienen. Schlecht wurden auch die Entscheidungen beurteilt, bei denen ich jemandem etwas aufzwang, sei es eine Handlung, eine Idee, eine Meinung, oder wenn ich eine Handlung erpresste. Diese Taten stellten alle einen Eingriff in den Lebensablauf des anderen dar, eine Einschränkung des freien Willens einer Person. Dasselbe galt auch, wenn ich mir selbst – aus irgendeinem Grund – etwas aufzwang, mich quasi selbst vergewaltigte, die Erfüllung meines Schicksals dadurch verhinderte. Negativ waren die Entscheidungen, denen ein böswilliger Ursprung wie Hass, Rache, Neid, Machtgier, Geldgier, Habsucht, Eitelkeit, Eifersucht, Stolz usw. zugrunde lag und durch die ich somit gegen das kosmische Harmoniegestz handelte.


Wenn ich jetzt darüber nachdenke, welche Szenen ich im Tod als nicht gut erlebt habe, erschrecke ich darüber, wie viele sogenannte gute Taten, d.h. diejenigen, die ich mit pflichtbewußtem Willen vollbracht habe, um jemanden glücklich zu machen, die also mit Selbstaufopferung und Rücksicht auf andere verbunden waren, nicht in die positiven harmonischen Szenen eingereiht wurden. Ich habe oft darüber nachgedacht. Aber plötzlich erkannte ich, dass man die göttliche Harmonie stört, wenn man sogenannte „gute Taten“ erzwingt, denn das Göttliche ist ohne jeden Zwang.


Bei der Beurteilung spürte ich, dass das ganze Leben eine Probe war, voll mit Problemen, Hindernissen und Hürden. Wichtig war, wie ich diese Probleme, diese Situaitonen im Sinne der Harmonie löste. Gelang mir das, so spürte ich große Freude. Gelang es mir nicht, so verspürte ich tiefes Bedauern über mein Versagen. Aber auch durch das Eingestehen und echte Reue öffnet sich die Tür der Göttlichen Vergebung. Danach wurden die Gedanken und Taten, die einen Verstoß gegen das Gesetz der Harmonie und der Liebe darstellen, ausgeblendet und verschwanden. Warum? Ich glaube einfach, weil im Gottesprinzip nichts Böses enthalten ist.


Es blieben nur die positiven, glücklichen und harmonischen Ereignisse, die bestandenen Prüfungen als Gesamterlebnis.


  Der Lebensfilm war bisher mein großartigstes Erlebnis. Ich konnte als Beobachter ganz deutlich sehen, wer ICH bin und wie ICH bin! Es war eine dramatische Vorführung des eigenen Charakters mit allen im ICH verwurzelten guten und schlechten Eigenschaften. Eine Selbsterkenntnis, wie sie sonst nie möglich ist, wurde dargeboten. Ein schmerzliches Erwachen: Bin ich wirklich so? War ich in so vielen Fällen ein Versager, ein Schwächling? Die Ausreden bei den schlechten Gedanken und Taten – seien es religiöse Gebote oder Verbote, moralische, staatliche Vorschriften, Veranlagungen, geerbte Eigenschaften, Sternzeichen, Erziehung, Umwelteinflüsse usw. – haben keine Gültigkeit und keine Wirkung. Entblößt steht man vor sich selbst: „ICH BIN leider so.“


 Der Lebensfilm zeigte mir, dass wir für alle Gedanken und Taten die Verantwortung zu tragen haben. Auch die Gedanken, da diese zur Verwirklichung streben, sind drüben Realität. Da das ICH-Bewußtsein die Entscheidungen fällt, sind diese wichtig und nicht das erzielte Resultat, denn die Kausalität gilt nur in der materiellen Welt und hat im mentalen, geistigen Bereich keine Gültigkeit. Die Gedanken sind wichtig!


Der Lebensfilm zeigte mir, dass unser Ziel die geistige Entwicklung ist. Alles, was mit uns in einem Leben passiert, können wir für die geistige Entwicklung nutzen und damit Schritt für Schritt höher steigen.


Der Lebensfilm hat mir gezeigt, dass das Gott-Prinzip das Absolute ist, das Positive, Gute, das Prinzip, welches wir als die absolute Liebe bezeichnen können.


Über das Leben


 Was das jetzige Erdenleben betrifft, kam ich nach der Beurteilung meiner Gedanken und Taten zu dem Schluss, dass wir das Leben BEJAHEN sollen. Wir sollten negative Gedanken und Taten vermeiden. Aber das heißt nicht, dass wir auf alle schönen Dinge im Leben verzichten müssen. Askese ist etwas unnatürliches, etwas aufgezwungenes, nicht menschlich. Wenn man mit bewußten positiven Gedanken isst, trinkt, sich vergnügt, ein normales sexuelles Leben führt, den Körper pflegt, lacht, Späße macht, fröhlich ist – erfüllt man die Rolle als MENSCH. Wichtig ist, dass alles harmonisch, natürlich erfolgt.


 Die Proben des Lebens sind oft schwer, man fühlt, dass sie manchmal unsere Kräfte übersteigen und wir noch von irgendwoher Kraft schöpfen müssen. Die Probe aber müssen wir selbst bestehen, die Kraft dazu ist in uns verborgen. Die Göttliche Kraft ist der Göttliche Funke in uns, der Kern des ICH’s. Wir müssen uns bewusst werden: IN MIR IST DIE GÖTTLICHR KRAFT, mit der ich alles im positiven Sinne lösen kann. Bewusst sollen wir die Kraft in uns aktivieren: Sie soll unser Leben im Zeichen der Liebe gestalten.


 Natürlich können wir Wünsche haben; aber diese Wünsche sollten positive sein und nicht gegen die Vernunft oder gegen die harmonischen Gesetze der Natur verstoßen.


Niemals sollten wir etwas begehren, was anderen zum Nachteil wird, niemals versuchen, das Schicksal eines anderen gegen seinen Willen zu ändern! Deshalb müssen wir versuchen, unser wahres Wollen zu erkennen. Wir wollen nichts erstreben, was uns geistig ärmer macht, sondern die geistige Entwicklung mit unseren Taten fördern.


 Alles, was mit dieser materiellen Welt zusammenhängt, ist im Grunde genommen nicht wesentlich: Reichtum, Erfolg, Ruhm usw. Diejenigen, die nur danach streben, sind vom Standpunkt der geistigen Entwicklung aus arme, gebundene, mit Materie behaftete Menschen, die für die Außenwelt leben. Das wahre Glück ist aber nicht in der Außenwelt zu suchen, sondern in uns selbst. Je mehr wir uns von den materiellen Hemmnissen und Bindungen lösen und uns der Göttlichen Liebe überlassen, desto mehr Chancen haben wir, harmonisch und glücklich zu leben.


 Wir sollten nur Positives, Aufbauendes, anstreben, das die Fülle mehrt, das Glück und Freude schafft. Alles, was Freude bereitet, ist positiv, solche Taten bringen Glück. Wir sollen bewusst die Schönheit des Lebens in jeder Lage, in jedem Alter erkennen. Mit anderen Worten: Das Leben bejahen und nicht beklagen. Wir sollten so viel Schönes, Positive herausholen, wie das nur möglich ist.


Der Autor gelangt zu dem Schluss, dass das Ziel des Lebens für den Menschen darin besteht, zu folgenden Erkenntnissen zu kommen:


1. Erkenntnis der Existenz Gottes


2. Erkenntnis des allgemeinen kosmischen Gesetzes der Liebe


3. Erkenntnis der Entwicklung als Ziel des Lebens


4. Erkenntnis des eigenen Ich: Selbsterkenntnis


5. Erkenntnis der Aufgaben und der zu bestehden Prüfungen im jetzigen Leben.


6. Erkenntnis des Sinnes von Krankheiten, Leiden und Schwierigkeiten


7. Erkenntnis der Chancen, uns im Alltag zu bewähren, erkennen der Möglichkeiten, etwas Gutes zu tun.


Um diese Stufen zu erklimmen, können wir schrittweise vorgehen. Es braucht nicht Tage, sondern Jahre und Jahrzehnte, bis der Nebel, in dem wir uns alle befinden, langsam durchsichtiger wird und das Licht durchdringt. Dieses Licht aber kommt von „oben“, von der einzigen Quelle alles Positiven, von Gott.


 Erkenntnis der Existenz Gottes


 Das wichtiste ist deshalb, dass man an die Existenz der über uns stehenden allmächtigen Intelligenz glaubt und dann versucht, die Schöpfung zu verstehen.


Der Mensch, der den Makro- und Mikrokosmos betrachten will, kann nur seinen Hut abnehmen und in Demut verharren.


Während des klinisch toten Zustandes war das Gotteserlebnis mein größtes und erhabenstes Gefühl. Dieses wunderbare Erlebnis ist nicht mit Worten auszudrücken. Ich denke nur in stillen Stunden in Symbolen daran. Gott ist unfassbar, unerforschbar, unbegreiflich, unerklärlich, unendlich und allmächtig. Im klinisch toten Zustand konnte ich die absolute Liebe als Substanz Gottes nur demütig ahnen. Demut vor Gott ist nicht demütigend – im Gegenteil, es ist ein erhabenes Gefühl.


Ich fühlte mich in unendliche Liebe, vollkommene Güte und absolut Postitivem eingebettet und integriert; ein Gefühl der Geborgenheit in der Liebe Gottes.


Demut ist der Kanal, durch den uns der Segen, die Gnade und die Liebe Gottes zuströmen.


 Erkenntnis des allgemeinen kosmischen Gesetzes der Liebe


 Die ungeheuren Energien, die das ganze kosmische System in Bewegung halten, sind Gottes Ausstrahlung. So ist Gott die Quelle aller Energieformen.


Diese Kraft ist positiv, aufbauend, fordernd – auch diejenige, die in uns ist und die wir als Gottesfunke bezeichnen können. Alle diese Kräfte sind Kräfte der Liebe. In diesem Sinne ist die ganze Welt von der allumfassenden Intelligenz erdacht und durch die Kraft der Liebe verwirklicht.


So ist die Liebe das göttliche Prinzip. Sie strömt uns unaufhörlich von Gott entgegen. Wir sollen daher alle Entscheidungen im Zeichen der Liebe fällen.


Erkenntnis der Entwicklung als Ziel des Lebens


Weshalb sind wir hier auf der Erde? Warum müssen wir leben? Warum sind wir ständig mit schwierigen Situationen und Proben konfrontiert?


Etwas ist in der dramatischen Abwicklung jedes einzelnen Lebens zu erkennen: die Möglichkeit und der Drang nach Entwicklung. Wir wissen es nicht und werden auch nie erfahren, warum wir alle eine Entwicklung durchmachen müssen.


Doch eine Tatsache steht fest: wir müssen den Berg erklimmen, müssen uns verbessern, dennn Entwicklung ist unser Weg.


Erkenntnis des eigenen Ich = Selbsterkenntnis


 Selbsterkenntnis ist ein schwieriges Unterfangen. Aber nur dadurch kann man seine Fehler erkennen und korrigieren. Wir sind über uns selbst oft voreingenommen, suchen Ausreden, und wollen unsere Fehler nicht einsehen, wollen vieles verschönern. Wir denken immer in der typisch materiellen Kausalität und haben für alles unsere Missetaten, Fehler, negativen Gednken tausend Entschuldigungen und Begründungen. Eine meiner wichtigsten Erkenntnise im Lebensfilm war, dass dort keine Ausrede und keine Entschuldigung für einen begangenen Fehler Gültigkeit hat. Entblößt steht man vor sich selbst da:


SO BIN ICH


 Es war für mich eine schockierende Darbietung meiner Schwächen. Deshalb ist es so wichtig, sich selbst zu erkennen, um durch eine neutralere Beurteilung der Situationen künftig Fehler zu vermeiden.


Nehmen wir in der Stille der Meditation einen Spiegel zur Hand und schauen 1- 2- 3- Minuten lang tief in die Augen des Spiegelbildes. Versuchen wir dann zu erfahren, was für ein Mensch uns aus dem Spiegel entgegenblickt. Versuchen wir ihn zu analysieren und zu charakterisieren. Welches sind seine Wünsche und Ziele? Welches sind seine Leiden, Sorgen, Leidenschaften, Veranlagungen, Schwächen und Stärken? Welches sind seine guten Eigenschaften, auf die er bauen kann?


 Erkenntnis der Aufgaben und der zu bestehden Prüfungen im jetzigen Leben


 Wenn man weiß, dass das Ziel des Lebens die geistige Entwicklung ist und eine gewisse Stufe der Selbsterkenntnis erreicht hat, wird man fähig sein, die Aufgaben des jetzigen Lebens zu erkennen. Diese Aufgaben sind durch die unterschiedlichen Lebenssituationen dargestellt und bedeuten für uns Prüfungen, die wir bestehen sollen.


Wir sollen die zu bestehenden Prüfungen, die zu lösenden Aufgaben, die zu überwindenden Schwierigkeiten und Hürden als Mittel zur Entwicklung erkennen.


Erkenntnis des Sinnes von Krankheiten, Leiden und Schwierigkeiten


 Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass die Prüfungen, die als Schwierigkeiten, Katastrophen, Schmerz, Leid, Depressionen usw. auf uns zukommen, keine Zufälle sind. Der Sinn ist, dass wir uns durch die Meisterung aller Schwierigkeiten, Schmerzen und Leiden des eigenen Lebens weiterentwickeln können.


Alles ist sinnvoll, alles kann positiv, gut, aufbauend sein. Nur wenn man diese Chance nicht erkennt, erscheint alles sinnlos.


 Jeder Schickslasschlag birgt die Möglichkeit in sich, etwas Gutes daraus zu machen. Dadurch, dass man den Sinn dieser Schwierigkeit erkennt, kann man sie als Bestandteil, des eigenen Schicksals akzeptieren.


 Erkenntnis, immer die Möglichkeit zu haben, Gutes zu tun


 Unser Leben ist vielfältig, bunt, abwechslungsreich, faszinierend. Ununterbrochen sind wir mit neuen Situationen konfrontiert und in jeder Situation liegt die Möglichkeit verborgen, etwas Positives zu tun, sich etwas Gutes, Liebevolles auszudenken und dies zu verwirklichen. All dies sind Perlen, und wir können an einem Tag eine ganze Perlenkette zusammentragen.


Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus? Wir vergessen meistens, diese gute Tat, wir sind zu faul, daran zu denken, nehmen die Chancen nicht wahr und verpassen die Gelegenheiten. Wenn wir aber daran denken, die Gelegenheit bewusst zu suchen, bekommen wir immer mehr Übung, die Chance zu erkennen und so mehr als eine gute Tat pro Tag zu vollbringen. Wenn wir bedenken, wie viele Möglichkeiten es gibt, etwas Gutes zu tun, haben wir ein reiches Angebot, das es zu nutzen gilt. Eine gute Tat ist gerade so gut, wie liebevoll sie ausgedacht wird. Es ist nicht so wichtig, ob sie großartig ausfällt. Die Absicht, die Grundidee, ist wichtig. Diese soll der selbstlosen Liebe entspringen.


Wenn wir uns bewusst möglichst nur mit sauberen Gedanken beschäftigen, sind die Tore geöffnet, um die positiven Chancen wahrzunehmen und sogar viele „gute Taten“ täglich zu vollbringen. Dadurch werden wir unsere Tage vergolden, uns mit Liebe erfüllen.


 Von der Wichtigkeit des Guten


 An dieser Stelle möchte ich in Erinnerung rufen, was mir beim Erleben des Lebensfilmes anfangs unverständlich war, ich später aber als großartigste Manifestation des absolut GUTEN erkannte:


Die schlechten Taten, die nicht bestandenen Prüfungen wurden nach deren Erkenntnis und tiefen Reue beim mir „ausgeblendet“, d.h. sie zählten nicht mehr – und so blieben an mir nur die guten Gedanken und Taten, die bestandenen Prüfungen haften, die ich als einen Blumenstrauß gleichzeitig wiedererleben durfte.


Jetzt noch ein paar Gedanken des Autors zu verschiedenen Punkten:


 Begegnung mit Mitmenschen


 Wenn wir egoistisch denken, verlangen wir vom Schicksal alles. Wir verlangen, dass unsere Mitmenschen für die Erfüllung unserer Wünsche arbeiten. Es ist selbstverständlich, dass alles gut geht, dass wir weiterkommen, dass wir unser Ziel erreichen…welch ein Egoismus! Alle Menschen sollen in mein Denkmodell passen und sich entsprechend benehmen. Diese Vorstellung wird oft stärker und stärker, je mehr wir merken, dass es nicht so geht. Dann kommt es zu Enttäuschungen über sich selbst und zu Konfliktsituationen mit den Mitmenschen. Diese innerliche Enttäuschung und der Konflikt mit der Außenwelt können zu Agressionen ausarten. Wir sind immer unglücklicher und verzweifelter, und merken nicht, dass die Schuld bei uns liegt, da wir uns, gegenüber den Mitmenschen, negativ stimuliert haben und unsere Ziele zu egoistisch waren.


Man soll die Menschen so akzeptieren, wie sie sind. Jeder hat einen Grund oder eine Ursache, warum er so ist, wie er ist. Das bedeutet, dass wir die Mitmenschen nicht nach unseren Wünschen ausrichten, ihre Persönlichkeit nicht nach unseren Vorstellungen ändern dürfen. Liebevolle Begegnung mit jedem Individuum führt zur Ruhe, Konfliktlosigkeit. Deshalb ist es gut, allgemeine Menschenliebe zu üben.


 Toleranz


 Jeder von uns hat andere Wege zur Erkenntnis der Wahrheit, da jeder mit anderen Aufgaben geboren und mit anderen Strukturen ausgestattet ist. So braucht jeder andere Entfaltungsmöglichkeiten. Wir müssen deshalb diese individuellen Wege der anderen mit Toleranz anerkennen, sie fördern und nicht unterdrücken. Mit anderen Worten, die Menschen dürfen keine Meinungen, Ideologien , Bekenntnisse, Denkmodelle, Religionen, politischen Systeme oder Strukturen etc. anderen aufoktroyieren und damit ihre Freiheit einschränken. Im Gegenteil: Wir sollen die Vorstellungen des Nächsten tolerieren und nicht verurteilen. Niemand weiß in diesem Leben, was kosmisch richtig ist und warum er so ist, wie er ist. Unser Weg ist individuell. Individualismus kommt Menschenwürde gleich. Wir wissen, dass die Liebe die größte Kraft ist (…) und eine Art von Liebe ist es, den anderen zu akzeptieren, zu tolerieren und nicht zu bekämpfen. Aber wenn wir die Freiheit und den Individualismus des anderen anerkennen, sollen wir auch uns selbst von allen äußeren und hemmenden Einflüssen wie Dogmen, Denkmodellen, Schemen sowie von der Vergangenheit „befreien“. Durch diese Befreiung werden wir aller Vorprogrammierung und Manipulation, der wir tagtäglich ausgesetzt sind, bewusst entgegentreten und dadurch unsere Denk- und Entscheidungsfreiheit bewahren, genauso wie wir sie den anderen zubilligen. Diese Entscheidungen müssen wir – und alle Menschen – in völliger Freiheit treffen und dafür die volle Verantwortung tragen.


 Entscheidungen


 Wenn uns bewusst wird, dass wir die Verantwortung für alle unsere Taten und Gedanken selber tragen müssen, können wir diese bewusst noch vor deren Durchführung – bereits bei der Entstehung – unter Kontrolle bringen. Wir stehen ständig vor Entscheidungen, vor uns sind unzählige Wege, ein Gewebe von Schienen; wir müssen ständig die Weichen stellen. Dies ist eine große Herausforderung an uns. Meine persönliche Methode ist, immer daran zu denken, dass ich mich selbst im Tod sehe und beurteile. Deshalb sage ich oft zu mir selbst:“Achtung Stefan! Du wirst dich wiedersehen! Wie wirst du dich beurteilen? Ist das gut, was du zu tun gedenkst?“ – und oft stelle ich dann die Weichen anders.


Die meisten Menschen werden von den Geschenissen des Lebens, des Alltags einfach mitgerissen. Es passiert etwas mit ihnen, ohne dass sie realisieren, wie stark sie durch die Umwelt beeinflusst wurden, ja sogar Befehlen fast automatisch folgen. Diese Menschen denken nicht daran, dass sie auch für solche „automatischen“ Gedanken und Taten die Verantwortung zu tragen haben. Deshalb sollten wir alles möglichst bewusst denken und tun. Es ist eine wunderbare Gnade Gottes, dass wir als einzige Lebewesen ein höheres Bewusstsein haben und einen freien Willen, den wir ständig für Entscheidungen benützen können.


Die Entwicklung


 Wenn man sich in die Frage nach dem Sinn des Erdenlebens vertieft, kommt man zur Erkenntnis dass der Kern des Menschen völlig auf Entwicklung angelegt ist und dass diese Entwicklung auf der Erde in einer äußerst intensiven Auseinandersetzung mit der Materie besteht.


Die großartige Lehre meines Lebensfilmes zeigte mir, dass mir alle Situationen im Leben neue Möglichkeiten der Entwicklung geöffnet haben. Alles, alles im Alltag kann für die geistige Entwicklung gebraucht werden – wenn man eben bewusst daran denkt. So können wir an jedem Tag, in jeder Stunde oder Minute etwas für uns tun, aus jeder Lebenssituation etwas Positivens herausholen, was uns zur Entwicklung dient und uns der Menschwerdung näher bringt.


Der Weg zu Gott


 Das Ziel aller Existenzformen in der materiellen Welt kann man so formulieren:“Näher mein Gott zu dir:“ Näher zu Gott, den wir nicht erfassen, beschreiben oder uns vorstellen können. Auch in der Bibel steht:“Du sollst dir kein Bildnis machen…“ (5. Buch Mose 5,8. Die Menschen jedoch sind fasziniert und versuchen immer wieder, Gott zu „erforschen“ – es wird ihnen nie gelingen.


Jeder von uns hat jedoch irgendwie ein Denkmodell von der unendlichen, unerfassbaren Intelligenz. Die mentale, die psychische und geistige Entwicklung, mit anderen Worten die innere Reife des Menschen entscheidet darüber, wie er sich Gott vorstellen und mit seinem ICH erfahren kann. Sicherlich übernimmt jeder Mensch in einer gewissen Weise das Gottesbild jener Tradition, in welcher er steht, aber in einer seiner Eigenart und Entwicklungsstufe entsprechenden Weise.


Man kann also sagen, es gibt so viele Gottesbilder, wie es Menschen gibt.


Lebendig und echt ist die Gotteserfahrung nur dann, wenn sie das ganze ICH durchdringt, wenn also der Mensch aufgrund seiner Gotteserfahrung sein Leben entsprechend einzurichten vermag.


 Nicht ein konstruiertes Gottesbild, sondern das innere Erleben der Gottesexistenz ist für den Menschen wichtig.


Menschen ,die eine Art von Einweihung durch den Tod über sich ergehen ließen, die einmal klinisch tot waren und dann wieder reanimiert wurden, können nach ihren Erlebnissen die Bedeutung des diesseitigen Lebens erst richtig erfassen und versuchen, ihr Leben gemäß kosmischen Prinzipien weiterzuführen. Nicht nur ich, auch viele andere haben ihr Leben nach dem Erlebnis des klinisch toten Zustandes völlig geändert. Die Ursache dafür ist das transzendentale mystische Erlebnis von GOTT – das Schönste, das Stärkste, das Lebendigste meines bisherigen Lebens.


 Die Menschen sprechen von GOTT als dem Erlebnis des LICHTES. Wir mussten staunen über die unendliche Größe der höheren Dimensionen, wo das Wirkungsfeld der Seele und des Geistes ist. Die materielle Welt bindet unseren Körper durch die bekannten und wissenschaftlich erforschten Gesetze. Aber die nichtmateriellen Bestandteile in uns, welche von „oben“ stammen, streben ohne Zwangsjacke des Körpers nach oben, „nach Hause“ und suchen den Kontakt mit dem Übermenschlichen.


 Der Weg zum ICH


 In unserem Überbewußtsein wohnt die Wahrheit. Es ist schwer, dorthin zu gelangen und von der Wahrheit etwas wahrzunehmen. Die sogenannte INNERE STIMME vermittelt uns spontane intuitive Impulse. Wir sollten versuchen, diese Stimme wahrzunehmen und die Anweisungen zu befolgen. Von dort, von den Tiefen des ICH-Bewusstseins strömen unaufhörlich positive Ideen, gute Gedanken aus. Von dort strömt die Gnade Gottes in Form der Liebe auf uns zu.


Liebe ist die größte Kraft. Wenn man die Liebe lebt, kann man den Egoismus überwinden und im irdischen Bereich auch mehr ertragen. Egoistische Menschen sind nicht „belastbar“ um so mehr aber diejenigen, in denen GLAUBE – LIEBE – HOFFNUNG als lebendige Aspekte anwesend sind.


 Das Ziel des positiven Lebens


 Unser Ziel ist es also, uns immer mehr zu veredeln, die materiellen körperlichen Aspekte allmählich zu überwinden, um unser Bewusstsein mehr und mehr zu vergeistigen. Jedes geschaffene Wesen strebt bewußt oder unbewußt zum Licht, zur vollkommenen Göttlichen Liebe. Der Weg wird immer steiler. Wir müssen einen ziemlich engen Pfad beschreiten, der durch zwei Wände oder Abschrankungen immer schmaler wird. Auf der rechten Seite ist alles positiv, auf der linken alles negativ, d.h. wir pendeln zwischen Positiv und Negativ, zwischen Licht und Finsternis, manchmal vorwärts, manchmal rückwärts und bahnen uns schließlich den Weg zum Licht. Bleiben wir in der Mitte, so können wir fast gerade weitergehen. Schwanken wir zwischen Positiv und Negativ, so wird unser Weg zu einem Zick-Zack-Kurs und wir kommen nur langsam voran.


Unsere ganze Tragödie ist durch unseren freien Willen entstanden Leider wählen wir nicht immer das Richtige, sondern aufgrund menschlicher Schwächen oft auch das Schlechte.


Stellen wir uns das Bild mit dem steilen und engen Weg vor, der durch Positiv- und Negativ-Prinzipien begrenzt ist, wobei sich weit vor und über uns das Licht ausbreitet. Je näher wir zum Licht gelangen, desto mehr Energie können wir von ihm empfangen. Wir haben dann mehr Mut, höher hinaufzusteigen.


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