Wenn Schafe fliegen können

Ich habs mit den ägyptischen Schafen. Sie faszinieren mich. Nicht nur wegen ihrer riesigen Fettschwänze, sondern wegen ihrer stoischen Geduld, ihr manchmal trostloses Dasein zu ertragen. Mein tierschützerisches Herz leidet und ich sehe rot bei all den Schafen auf den Dächern Kairos. In der Hitze und Kälte, ohne Stroh oder ein Dach über dem Kopf. Verwerter von Essensresten, gehalten nur zum Zweck des Fleischtriebes. Oder dazu eine sogenannte gute Tat zu tun. Gute Taten schön und gut, aber bitte mit Anstand und mit Respekt gegenüber dem zu opfernden Tier.

Sagen doch die Muslime so schön, Schweinefleisch sei gegen jeden guten Geschmack, da das Schwein dreckig sei und Abfall fresse? Ich glaube, da verwechseln sie etwas. Was ist bitteschön mit all den Ziegen und Schafen, die in Herden durch die Abfallberge der Stadt getrieben werden und von grünen Wiesen nur träumen können.? Ihr Fell schwarz vor Dreck, abgemagert, gleichen sie demselben trostlosen Bild ihrer Hirten, vorwiegend Frauen in schwarzen Kleidern, die meisten mit Gesichtsschleier – Graues trostloses Dasein beiderseits.

Wo sind hier die reichen Saudischeikhs von Mekka, die sich dem Islam verschrieben haben? Ihre Riads stecken sie lieber in neue Projekte wie eine gigantische Golduhr in der Wallfahrtsmetropole, um den Pilgern die verbleibenden Stunden im heiligen Land zu versüssen sprich zu vergolden?

Ich sehe diese Schafe jeden Tag auf dem Schulweg der Kinder. Vor allem jedoch vor dem Opferfest werden die Herden immer grösser und es spriessen selbstgezimmertee Pferche mit tausenden von Schafen aus dem Boden… Das Opfer muss gebracht werden, sonst kommt Muslim in die Hölle.

Haben wir den Islam wirklich richtig verstanden?

Doch zurück zu den Schafen und ihren Dächern. Ich schreibe dies, weil bei uns eine traurig komische Geschichte passiert ist mit einem dieser Schafe. Leider liess mein Mann absolut nicht mit sich reden, was die Schafshaltung auf dem Dach angeht. Bis vor kurzem steckte er sein Geld dauernd in Lämmer und Gitzis, die er dann mit Liebe und Sorgfalt, d.h. Was er darunter versteht, aufzog. Leider hatte er absolut keine Erfahrung mit Tierhaltung und so starben ihm dauernd alle seine „Projekte“ durch Krankheiten, vorwiegend Durchfall und komische Viren… Es vergingen ein paar Jahre mit dauernden Diskussionen, bis er es nun – ich danke Gott dafür- endlich aufgegeben hat.

Seit einem halben Jahr ist unser Dach tierfrei, es tummeln sich nur noch die Ratten darauf, dafür diese zu hunderten- aber dies ist eine andere Geschichte. Doch wie können Schafe fliegen?

Es muss wohl am Dach liegen- da flogen schon ziemlich viele Kreaturen runter…

Der Leser stellt sich ein Hausdach vor. Grösse ca. achzig Quadratmeter, ein selbstgezimmerter Pferch mit Abfallholz, der Mist verteilt auf dem ganzen Dach, das Essen auf dem Boden neben dem Mist. …In etwa so trostlos wie die Schafherden auf der Strasse….

Doch die Schafe wuchsen und alle Nachbarskinder erfreuten sich an ihnen. Dauernd fand man eine Kinderschar auf dem Dach, lärmend und jolend, die Schafe rannten dauernd panisch im Kreis vor lauter Angst. Dies, bis jemand auf die schlaue Idee kam, ein Schloss an die Türe des Daches anzubringen, um unerwünschten Besuch von grölenden Kindern fernzuhalten. So weit so gut, sollte das Problem eigentlich gelöst sein- weit gefehlt…

Das ganze Haus lag im spätnachmittäglichem heissen Schlummer, als wir plötzlich von einem riesigen „Bumm“ aufschreckten- Was war das? Eine Bombe? Im friedlichen Ägypten? (damals noch) .Fragend blickten wir uns an, doch unsere Neugier sollte bald schon gestillt werden. Es schallte nämlich schon kurz darauf ein riesiges Geschrei vom nachbärlichen Spital in unsere Ohren. Was war da wohl passiert? Eine aussergewöhnliche Geburt? (Das Spital war eine Frauenklinik, ein öffentliches Frauenhaus. Die Frauen dürfen dort gratis ihre Kinder gebären und auch die Vor- und Nachuntersuchungen sind vorwiegend gratis.)

Nein weit gefehlt, weder eine aussergewöhnliche Geburt noch ein Streit- ein fliegendes Schaf war der Grund des Geschreis! Ein Schaf, welches vom Nachbarsdach (unser Dach) geflogen kam und sogar noch weich landete- auf einem ausrangierten Spitalbett, das im Hof stand und als Schafelandeplatz diente…

Das Schaf sass verdutzt auf dem Bett und schrie seinen Protest mit lauten Mähs und Bähs heraus. Sicher taten ihm auch noch alle Knochen weh. Ein Gesundheitscheck bewies, dass keine Knochen gebrochen waren. Aus Angst vor inneren Verletzungen jedoch musste es dennoch seinen letzten Gang zum Schlachter antreten.

Die Armen hats gefreut. Aber die Frage bleibt bis heute: Weshalb sprang dieses Schaf aus heiterem Himmel über eine ein Meter hohe Balestrade? Das Mysterium ist bis heute nicht gelöst….

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